Die Menschen

Forschung

Die Region Wien-Bratislava beherbergt ein weites Spektrum an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Um den Austausch zwischen den Institutionen zu verbessern, wurden in den vergangenen Jahren mehrere grenzüberschreitende Kooperationen neu begründet und finanziell unterstützt. Im Gegensatz zur klassischen Forschungsförderung, die allein auf das Forschungsergebnis ausgerichtet ist, wurde dabei der Fokus vor allem auf die Einrichtung von dauerhaften Netzwerken gelegt, auf denen in Zukunft weitere Kooperationen aufbauen können.

Wussten Sie, dass man Metalle aufschäumen kann? Geschäumtes Aluminium erfreut sich beispielsweise wegen seiner Leichtigkeit und Dämmeigenschaften im Autobau und in der Architektur großer Beliebtheit. Innovative Materialien wie dieses werden auf ihre Eigenschaften hin optimiert und finden sich in vielen modernen Produkten. Im Projekt INNOVMAT wurde das Wissen über verschiedenen Komponenten, deren Erforschung und Verarbeitung in einem Materialeffizienz-Wiki zusammengetragen. Eine Expertendatenbank verzeichnet ein umfassendes Netzwerk von Fachleuten, die sich mit den einzelnen Materialien und Techniken befassen.

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Innovative Ideen versammelt auch das Projekt SmartNet: In der Datenbank können Sie durch geniale Erfindungen stöbern, vom Bio-Plastik aus Bananenschalen bis zum Null-Energie-Handy! Gleichzeitig werden Unternehmen, Ausbildungsinstitutionen und Facharbeiter durch gezielte Vernetzung unterstützt bei der Steigerung der Materialeffizienz. Dazu werden Pilotprojekte initiiert und von Coaches begleitet.

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Moderne Produktionsstätten und der Betrieb von Anlagen und Fahrzeugen sind jedoch häufig eine Quelle von Schadstoffen, denen die Menschen unfreiwillig und leider mitunter auch unbewusst ausgesetzt sind. Die Schadstoffe können nicht nur direkt (zum Beispiel durch Einatmen) in den Organismus gelangen, sondern auch indirekt über die Nahrungsaufnahme. Im Rahmen des Projekts UM-MUKI wurde die Schadstoffbelastung durch die Umwelt erhoben, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist. Zu diesem Zweck wurden die Schadstoffwerte von Neugeborenen mit denen ihrer Mütter verglichen. Ergebnis dieses Projekts ist eine Broschüre mit praktischen Tipps, wie die Schadstoffbelastung gering gehalten werden kann.

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Der technische Fortschritt macht unser Leben leichter – gleichzeitig verleitet er damit aber auch zu Bequemlichkeit. Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung sind die Folge. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes verbreiten sich rasant, in den Großstädten der Europäischen Union leiden bereits 8 bis 10 Prozent der Einwohner unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel! Neben einer beeinträchtigten Lebensqualität besteht bei Diabetikern ein erhöhtes Risiko von Erbgutschädigungen, damit drohen ernste Folgekrankheiten bis hin zu Krebs. Dem kann man vorbeugen: Im Projekt DIAPLANT haben die Universitäten Wien und Bratislava gemeinsam nachgewiesen, dass grünes Gemüse und Pflanzenöl die Wiederherstellung des Erbgutes positiv beeinflussen und damit weitere Erkrankungen verhindern können. Details zur Studie und praktische Tipps für den Alltag finden Sie in einem Artikel oder im Internet.

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Auch das Projekt Cross Border Archives  (CrArc) beschäftigt sich mit unserem »Erbgut« – jedoch nicht aus medizinischer, sondern aus historischer Sicht: Wollten Sie nicht auch schon oft mehr über Ihre Vorfahren wissen? Zahlreiche Informationen sind in sogenannten Matrikenbüchern, die häufig die Pfarren führten, händisch niedergeschrieben: Geburten, Hochzeiten, Todesfälle. Weitere historische Dokumente, die den Grundbesitz, kaufmännische Aktivitäten oder die Lösung von Streitfällen betreffen, sind in Archiven von Staat, Regionen und Gemeinden zu finden.

Der Verein ICARUS, das Österreichische Staatsarchiv, das Netzwerk Geschichte Niederösterreich sowie das Innenministerium der Slowakischen Republik haben ausgewählte Bestände nun gemeinsam in einer Online-Datenbank verfügbar gemacht. Dokumente, die bislang nur in zahlreichen Archiven vor Ort einsehbar waren oder teilweise aufgrund ihres Erhaltungszustandes ganz unter Verschluss bleiben mussten, können nun von Wissenschaftlern und interessierten Laien gleichermaßen erkundet werden.

Das älteste Dokument ist eine Urkunde aus dem Ständischen Archiv Niederösterreich aus dem Jahre 1246: »Konrad von Bergau verkauft Konrad von Himberg-Ebersdorf Gülten zu (Kaiser) Ebersdorf und stellt diesem Ulrich von Haßbach als Bürgen.« Die slowakischen Wirtschaftsprotokolle enthalten Steuereinträge, Inventare der Bruderschaftsbesitzungen, Zunftsatzungen, Zahlungen sowie Verträge aus den Jahren 1364 – 1538. Die jüngsten Dokumente stammen aus dem 20. Jahrhundert.

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